Von Berlin nach Hessen
Der Weg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Von Berlin nach Hessen – ein erfolgreicher Weg in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis
Im Oktober 2024 kontaktierte die Schwester von Marlon InkA Wetterau. Zu diesem Zeitpunkt lebte Marlon noch in Berlin und arbeitete dort bereits in der Küche eines Cafés, angegliedert an eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM). Da geplant war, dass Marlon im Februar 2025 nach Bad Nauheim zieht und sich dort beruflich neu orientieren möchte, unterstützten wir ihn frühzeitig bei der Suche nach einem passenden Praktikumsplatz.
Zunächst hospitierte Marlon in zwei regionalen WfbMs und lernte die jeweiligen Küchenbereiche kennen. Zusätzlich erhielt er die Möglichkeit, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in einer KiTa zu hospitieren, die zum Kinderschutzbund Friedberg - Bad Nauheim gehört. Besonders wohl fühlte er sich sowohl in der Küche der KiTa als auch in der Küche einer WfbM. Schließlich entschied er sich für ein Praktikum auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in der Küche der KiTa.
Im März 2025 begann Marlon dort sein Praktikum. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Unterstützung bei der Zubereitung des Mittagessens, das Zählen der Essen für Kinder und Erzieherinnen und Erzieher, dabei achtet er auch auf Besonderheiten wie laktosefreie oder vegetarische Mahlzeiten. Außerdem hilft er beim Spülen und Abtrocknen, beim Verräumen des Geschirrs sowie beim Einräumen der gelieferten Lebensmittel in die Speisekammer.
Von Beginn an wurde Marlon vom Küchenteam sowie von den Mitarbeitenden der KiTa sehr offen, unterstützend und wertschätzend aufgenommen. Im Arbeitsalltag zeigte sich eine große Bereitschaft, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Diese gelebte Haltung macht deutlich, dass der Kinderschutzbund Friedberg - Bad Nauheim Inklusion nicht nur als Ziel versteht, sondern im täglichen Miteinander aktiv umsetzt.

Ein entscheidender Erfolgsfaktor war die kontinuierliche Begleitung während des gesamten Praktikums durch InkA Wetterau. Die enge Begleitung half Marlon, Sicherheit im Arbeitsalltag zu gewinnen, Anforderungen besser zu verstehen und schrittweise mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Seit Herbst 2025 erhielt Marlon zusätzlich regelmäßige Unterstützung direkt am Arbeitsplatz durch den IB Südwest gGmbH. In diesem Rahmen wurden gemeinsam mit ihm individuelle Hilfsmittel und Arbeitsstrukturen entwickelt, die ihm dabei helfen, Arbeitsabläufe besser zu verstehen und selbstständig umzusetzen. Der IB Südwest arbeitet dabei direkt am Arbeitsplatz mit und steht in regelmäßigem Austausch mit den Mitarbeitenden vor Ort und InkA Wetterau. So können Abläufe kontinuierlich angepasst und Marlons Entwicklung gezielt unterstützt werden.
Dazu wurden die Mitarbeitenden vor Ort durch den IB Südwest und InkA Wetterau gezielt über Marlons individuellen Unterstützungsbedarfe informiert und sensibilisiert. Dadurch konnte ein Arbeitsumfeld geschaffen werden, das sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch Marlons Bedürfnissen gerecht wird.
Zwischenzeitlich arbeitete Marlon im Rahmen einer betriebsintegrierten Beschäftigung. Das bedeutet, dass er weiterhin Mitarbeiter einer WfbM war und seine Arbeitskraft an den Kinderschutzbund „ausgeliehen“ wurde. Diese Phase diente dazu, den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt weiter vorzubereiten und zu stabilisieren.
Während des gesamten Prozesses stand InkA Wetterau sowohl Marlon und seiner Schwester als auch dem Arbeitgeber unterstützend zur Seite. Wir begleiteten bei der Klärung und Beantragung von Leistungen, koordinierten die einzelnen Schritte und standen im engen Austausch mit der zuständigen Eingliederungshilfe sowie allen beteiligten Akteuren. Dadurch konnte ein nahtloser Übergang im Unterstützungsprozess gewährleistet werden.
Ein besonderer Meilenstein folgte nun: Zum 01.03.2026 hat Marlon seinen Arbeitsvertrag beim Kinderschutzbund Friedberg – Bad Nauheim unterschrieben und damit ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis über den Lohnkostenzuschuss „Budget für Arbeit“ begonnen. Dieser Schritt wurde durch die sehr gute Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner, dem Kinderschutzbund Friedberg - Bad Nauheim, möglich.


Von Beginn an wurde Marlon dort mit großer Offenheit, Wertschätzung und Vertrauen aufgenommen.
Zusätzlich ermöglicht das Budget für Arbeit weiterhin eine dauerhafte Weiterbegleitung am Arbeitsplatz durch den IB Südwest sowie eine Anleitung und Begleitung durch InkA Wetterau. Diese kontinuierliche Unterstützung im Arbeitsverhältnis ist ein zentraler Baustein für eine langfristig stabile Beschäftigung.
Wir freuen uns sehr über diesen gelungenen Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und bedanken uns bei der KiTa, beim Kinderschutzbund Friedberg – Bad Nauheim und allen beteiligten Akteuren, die bei dem Prozess unterstützt haben. Wir wünschen Marlon weiterhin viel Freude und Erfolg bei seiner Arbeit.
Ihr Team der InkA Wetterau